Wussten Sie, dass ….

 

… der Bundesrat am 20. Mai 2020, im Zusammenhang mit dem Coronavirus eine «ausserordentliche finanzielle Unterstützung der Deklassierung von Wein mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung zu Tafelwein» beschlossen hat. Den von Umsatzeinbussen geplagten Kellereien sollten CHF 10 Millionen zugutekommen.

Bis dato wurden von 144 Firmen schweizweit über 6 Mio Liter AOC- Weine deklassiert.

Die Kantone Wallis, Waadt und Genf erhalten zusammen CHF 8.6 Mio. Die übrigen Kantone teilen die restlichen CHF 1.4 Mio.

Diese Massnahme hilft, die grossen Lagerbestände zu reduzieren und Platz für den Jahrgang 2020 zu schaffen und mit ihm eine bessere Wertschöpfung zu erreichen.

Als Gegenleistung verlangt der Bund die Reduktion der kantonal festgelegten Höchsterträge. Beim Weisswein auf 1.2 kg/m2 und beim Rotwein auf 1.0 kg/m2.

 

Dazu der Artikel: 

Weinbau in der Schweiz: Früchte des Zorns

unter

https://www.zeit.de/2020/33/weinbau-schweiz-corona-krise-auslaendische-weine-eu-subvention

 

…. Martin Wiederkehr, unser BdW- Mitglied (Bund der Weinkenner), neuer Präsident des BDW (Branchenverband Deutschschweizer Wein) geworden ist?

Auf den 1.April 2020 wählten die Delegierten des BDW in Wädenswil den 1964 in Dietikon geborene Martin Wiederkehr an die Verbandsspitze, als Nachfolger von Kaspar Wetli.

Als gelernter Winzer arbeitete er von 1991 bis 1998 an der Eidg. Forschungsanstalt in Wädenswil. Bis 2009 war er bei der August Egli AG in Zürich verpflichtet, anschliessend wechselte er zur Caves de Genève, wo er als CEO tätig war. Ab 2017 führte er die Weinkellerei Rutishauser. Im März 2020 hat er diese Aufgabe abgegeben.

Eine seiner ersten Aufgaben im BDW wird die Einstellung eines Nachfolgers des aktuellen Geschäftsführers, Robin Haug, sein.

 

…. Degustationen im Internet durchgeführt werden?

Prisca und Andreas Schwarz, ein junges Winzerpaar aus Freienstein/ZH, kommuniziert mit seinen Kunden über Social Media und degustiert die neuen Weine. Prisca und Andreas Schwarz bieten ihren Followern ein Degupaket mit drei Weinen an, das die Kunden zuvor geliefert bekommen. Von zu Hause aus kann man den Degustationskommentaren folgen und sich auch ein eigenes Urteil bilden.

 

…. «Digital Winery» auch vom WBZW (Weinbauzentrum Wädenswil) mitentwickelt wurde?

Als zentrale Lösung für den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit in Weinbaubetrieben ermöglicht «Digital Winery» einen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung. Die webbasierte Plattform «Digital Winery» die auch eine App für das Smartphone und Tablet umfasst, ist auf die Anforderungen des Weinbaus in der Schweiz zugeschnitten und deckt mit ihren Funktionen sämtliche Prozesse eines Weinbaubetriebes ab. Dazu gehören die datengeschützte Beriebsverwaltung, die Datenerfassung von Traubenproduktion, Weinkeller, Labor und Degustationen. Ein Thema, mit dem sich das WBZW intensiv auseinandergesetzt hat und wertvolles Expertenwissen zu «Digital Winery» beigesteuert hat.

 

Welchen Piwi-Weinen eine Zukunft vorausgesagt wird?

In einem Interview mit der SZOW legt sich Martin Auer von der Rebschule Auer in Hallau auf folgende Reihenfolge beim Erfolg mit weissen Piwi- Sorten fest:

Johanniter, den man schon 30 Jahre kennt, dann Solaris, der ebenfalls in Fachkreisen bekannt ist. Es folgen Souvignier gris, Muscaris (beide Freiburger Piwi-Sorten) und Sauvignac (eine Neuzüchtung von Valentin Blatter), die sich im Aufholen befinden.

Bei den roten Piwi- Sorten gibt es keine grosse Auswahl. Beim bekannten Regent ist mit der Klimaveränderung die Resistenz ungenügend geworden. Der von Valentin Blatter neugezüchtete Cabernet Jura (mittlerweile sind in der Schweiz ca. 30 bis 40 ha angebaut) mit seinem Rosenduft ist sehr erfolgreich, was die agronomischen Eigenschaften anbelangt. Wie sich die Neuzüchtung Divico von der Agroscope, eine Gamaret Kreuzung, resistent gemacht mit dem Erbgut von Bonner, in Zukunft entwickelt, ist vielversprechend.

 

…. der Markt eines der grössten Probleme schweizweit für die Weinbranche ist?

Martin Auer ist überzeugt, dass nach zwei grossen Ernten die Nachfrage zu klein ist und dass wenn kleinere oder grössere Kellereien die Ernte ihrer bisherigen Produzenten nicht mehr annehmen können, dies zu Stilllegung von Rebflächen führen kann. In Hallau im Blauburgunderland und in der Umgebung sind es vor allem Blauburgunderflächen, die stillgelegt oder allenfalls umgestockt werden sollen.  Im Kanton Schaffhausen mit 480ha Reben beläuft sich die Überproduktion auf 80 bis 100ha.

 

…. die Müller-Thurgau Stiftung eine am 29.11.2019 gegründete Schweizer Stiftung mit Domizil in Wädenswil ist?

Die Stiftung bezweckt a) den Erhalt, die Förderung und Weiterentwicklung des kulturellen und intellektuellen Erbes von Professor Hermann Müller-Thurgau und seiner Nachfolger als Forscher und Ausbildner zur Mehrung des diesbezüglichen Wissens; b) die Förderung der Erforschung und Entwicklung von Spezialkulturen (beispielsweise Reben, Obst- und Gemüsearten) an Universitäten, Hochschulen und weiteren in der Lehre und Forschung tätigen Organisationen zu gesundheitsfördernden, ökologischen, erzieherischen, wissenschaftlichen und kulturellen Zwecken; c) in ihrem Kernbereich gemäss lit. a) und b) die Unterstützung von nicht-kommerziellen Projekten; d) in ihrem Kernbereich gemäss lit. a) und b) die Vermittlung von Wissen und Kenntnissen an die Öffentlichkeit.

Die Stiftung ist im Rahmen der Zweckbestimmung überwiegend in der Schweiz tätig, kann aber auch in Schwellen- und Entwicklungsländern tätig sein. Im Rahmen des Stiftungszwecks kann die Stiftung insbesondere in den Bereichen Agronomie, Pflanzenschutz, Soziales, Bildung, Gesundheit, Ökonomie und Technologie eigene Forschungsprojekte durchführen oder sich an Forschungsprojekten beteiligen bzw. dieselben durch Leistung finanzieller Beiträge unterstützen. Die Stiftung kann Aufgaben ganz oder teilweise durch Dritte ausführen lassen.

 

 

DIE REBLAUSINVASION IN DER SCHWEIZ – DIE ÜBERSCHÄTZTE KATASTROPHE

Die Zeit zwischen 1880 und 1930 ging als Rebbaukrise in die Geschichte des schweizerischen Weinbaus ein.
Die Rebfläche ging von 34 380 auf 12 980 Hektaren zurück. Oft wird die Meinung vertreten, dieser Zusammenbruch
des Weinbaus sei der Reblaus geschuldet, doch wurden bis 1922 nur 1760 Hektaren wegen der Reblaus
gerodet. Es muss also andere Gründe gegeben haben, die zum Niedergang des Weinbaus führten.

Weiter lesen...

 

Büchertisch

An der Mitgliederversammlung vom 15.August 2020 wird die Buchhandlung SCRIPTUM Dietikon eine Auswahl von Büchern mit dem Wein als Thema vorstellen, unter anderem auch dieses:

Weinlandschaft Zürichsee von Altwegg Andres

Es ist mehr als 40 Jahre her, seit die letzte umfassende Darstellung über den Weinbau am Zürichsee erschienen ist. Inzwischen hat sich einiges getan: Alte Reblagen wurden wieder bepflanzt. Gut ausgebildete Winzer und Önologen produzieren Weine, die international Beobachtung finden. Der Autor Andres Altwegg, ein Kenner des Weinbaugebiets, entführt den Leser gekonnt in eine Zeitreise von den Ursprüngen des Weines am See bis in die Gegenwart. Aufgelockert wird das reich illustirerte Werk mit rund 20 Portraits von Weinbauern und -bäuerinnen aus der Region. 

 

 

Natur- und Biowein

Weiter lesen...